Aktuelles
Gestalttherapie und Traumatherapie

Hintergrund

"Gestalt am Werk" steht für das sich stetig wandelnde Phänomen unserer Existenz, das sich zu immer neuen Formen des Lebens und Zusammenlebens transponiert. Wie in der Musik, - in der Transponieren eine Übersetzung einer Melodie in eine andere Tonart meint -  so bedeutet das Transponieren unserer Erfahrung eine neue Spielart unserer gelebten Existenz: die Übersetzung von Trauer in Wut, die Wandlung von Schmerz in friedliche Momente, die Modulierung von ängstlicher Starre in Bewegungsimpulse, die Wendung von abhängigen Beziehungen in autonome Formen des Zusammenseins.

Wie dieses Transponieren erfolgt, d.h. wie sich diese Gestalten in unserem Inneren bilden und verändern, wie wir sie wahrnehmen, wie sie nach außen drängen, was sie sichtbar machen oder unsichtbar halten, welche Kämpfe sie führen, ist letztlich das, was uns als Mensch im Erleben und Empfinden und in unserem Kontakt mit der Umwelt im jeweiligen Gegenwartsmoment ausmacht. Die Art und Weise wie sich dieser Prozess des Werdens und Vergehens, des Bewahrens und Zerstörens von Gestalten vollzieht - wie dies vom Einzelnen gefühlt, erlebt und erlitten wird - bestimmt maßgeblich unser Erleben und steht für uns im Zentrum des Interesses.

Wenn es um uns Menschen und unsere Veränderung als Individuen oder der Gesellschaft geht, ist der Kontext immer vielschichtig und je nachdem aus welchem Blickwinkel wir uns und unser Leben betrachten, schaffen wir unterschiedliche Fragmente unserer Wirklichkeit. Diese Fragmente beziehen sich auf unsere erlebte und erzählte Biografie, auf unsere Familie, auf unseren Körper, auf Bindungen, die wir haben und Beziehungen, die wir eingehen, auf den Beruf den wir erlernt haben, auf die Weltanschauung oder Spiritualität, die uns bewegt und auf gesellschaftliche Normen und Konventionen, denen wir verhaftet sind. So steht jeder vor der Herausforderung eine für sich stimmige Struktur nicht nur dieser Fragmente, sondern vor allem des eigenen Selbst zu schaffen - ein sinnvolles Verständnis für das eigene Leben in die eigene Erzählung zu bringen um gerade vorhandenen Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen Raum zu geben.

Dennoch: genauso wenig, wie sich die Wirkung einer Symphonie aus den Noten erklären lässt, aus denen Sie besteht, genauso wenig können wir unser Erleben aus einzelnen Perspektiven erklären. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und es ist dieses schwer fassbare Ganze im Lebensvollzug, das uns als Menschen in unserer Existenz und unserem Erleben ausmacht.

In unserer Arbeit ist dabei die Gestalttherapie das wissenschaftlich fundierte Psychotherapieverfahren, auf das wir uns beziehen.